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Elternbeirat zur Schulschließung

Veröffentlicht: 29.09.2021, Rubrik: Allgemein

Artikel aus der Landauer Neuen Presse

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Wissen nicht, ob wir erwünscht sind

Nach der abrupten Schließung der Lebenshilfe-Schule in Landau äußert sich der Elternbeirat

Landau. Vor gut zwei Wochen wurde es bekannt: Die Lebenshilfeschule in Landau muss wegen Baufälligkeit schließen. Die Schüler wurden auf verschiedene Standorte aufgeteilt. Die Landauer Neue Presse hat jetzt mit dem Elternbeirat der Schule gesprochen. Der spricht über die Schwierigkeiten in der jetzigen Situation und stellt eine heikle Frage.

Kam für Sie die Schließung des Lebenshilfe-Standortes überraschend?

Elternbeirat: Ja. Dass die Lebenshilfe- Schule an der Marienhöhe marode ist, ist kein Geheimnis. Das kann jeder sehen, der in letzter Zeit das Gebäude betreten hat. Die endgültige Schließung war allerdings überraschend.

Eltern zwischen Hoffnung und Hilflosigkeit

Wie war es für Sie als Eltern, so kurzfristig von der Schließung des Standortes und der Aufteilung der Kinder auf einzelne Schulen zu erfahren?

Es herrschte sehr viel Unsicherheit und Verwirrtheit in der Elternschaft, zumal anfangs nicht einmal bekanntgegeben wurde, wie es nun weitergeht. Einerseits ist das Gefühl der Hilflosigkeit vorherrschend, andererseits die Hoffnung, dass nun der Schulhausneubau doch schneller vorangeht. Die Palette reichte von Wut über Verzweiflung bis hin zu Zuversicht.

Wie arrangieren sich die Kinder mit den neuen Gegebenheiten?

Das ist sehr differenziert zu betrachten. Zwei Klassen waren ja bereits vorher in der Partnerklasse an der Grund- und Mittelschule Pilsting angebunden, dies ist ein inklusives Projekt.

Situation am Landauer Gymnasium für Kinder nicht einfach

Dort ist nun eine dritte Klasse untergebracht. Weitere zwei Klassen sind in der Halle an der Marienhöhe – ein neuerer Bau – untergebracht. Schwieriger gestaltet sich die Situation am Gymnasium Landau. Dort sind Räumlichkeiten, die für die Kinder und Jugendlichen völlig neu sind. Auch das Umfeld ist vollkommen neu. Vorbehalte sind wohl von beiden Seiten da.

Vor welche Schwierigkeiten stellt der Wechsel Sie als Eltern?

Die größte Schwierigkeit ist, dem eigenen Kind nun zu erklären, warum der Wechsel nötig ist. Man muss dazu wissen, dass viele unserer Kinder sich selbst nicht ausdrücken können. Auch als Mama oder Papa ist es gerade nicht begreifbar, warum der Neubau nicht voranschreitet. Außerdem herrscht große Unsicherheit, wie unsere Kinder am Gymnasium aufgenommen werden und ob sie gerne gesehen sind.

Wissen Sie, wie lange sich mit dieser Aufteilungs-Lösung beholfen wird bzw. gibt es eine Ansage für einen anderen Standort?

Nein, dazu ist uns noch nichts bekannt.

„Auch Kinder mit Einschränkungen sind liebenswerte Kinder“

Gibt es noch etwas, dass Sie zu der Thematik sagen wollen?

Wenn unsere Schule ein Gymnasium wäre, würden die Schüler dann auch so verteilt werden und sich der Neubau so lange hinziehen? Das fragen sich alle Eltern. Die Akzeptanz von behinderten Kindern ist in der Gesellschaft immer noch nicht angekommen. An Inklusion fehlt es enorm. Diskriminierende Kommentare kennen viele Eltern von Kindern mit Behinderung zur Genüge. Vorbehalte sollten endlich abgebaut werden, denn auch Kinder mit Einschränkung sind liebenswerte Kinder. Wir hoffen, dass das Totschweigen nun endlich ein Ende hat. 

Die Fragen stellte Barbara Eisenhut.
Foto: Barbara Eisenhut

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